Samstag, 18. April 2015

Rezension: Ach, zur Hölle mit all den Mr. Greys von Evanne Frost

Hallo ihr Lieben,

ich habe zwar 50 Shades of Grey nicht gelesen (habe nach den ersten 30 Seiten aufgegeben), aber trotzdem - oder gerade deswegen? - hat mich dieses Buch wirklich angelacht.

Daher hab ich's mir gekauft und gleich mal in meinen ziemlich vollen Leseplan reingeschoben. Waren ja "nur" 220 Seiten, die hatte ich an zwei Abenden durch. ;)

Liebe Grüße,
Insi


Vergebene Sterne: 4/5






(c) Bookshouse, www.bookshouse.de


Kaufbar aktuell nur als eBook, bald aber auch als Print, zum Beispiel bei:

Bookshouse (ePUB, PDF, mobi)

oder Amazon (mobi + Print)

Seiten: 220

Preis: 2,99 € / 10,99 €





Der Klappentext:


Peitschen und Daumenschellen? O Gott! Dem ganzen Hype um Doms und Subs kann Lexy nichts abgewinnen. Ihre Freundin Natascha jedoch fliegt auf die Geschichte rund um den begehrten Mr. Grey, weswegen sich Lexy überhaupt zu dieser irrwitzigen Idee überreden lässt. Sie übernimmt Nats Identität und ihren Job, während sich diese eine luxuriöse Chartertour durchs Mittelmeer gönnt, um ihre neu erwachten Leidenschaften zu ergründen. Lexy hingegen lernt den eleganten, aber kühlen Steven Lewis kennen, der sie nach getaner Arbeit als Dank für ihre hervorragende Leistung auf seine Jacht einlädt. Zu dumm nur, dass dies ausgerechnet die Jacht ist, auf der Nat in die Geheimnisse des BDSM eingeführt wird. Wie sollen sie aus dieser Nummer bloß wieder herauskommen? Und wie soll sie den attraktiven Skipper Jaylen einsortieren, der ihr Herz wie verrückt klopfen lässt?


Der Schreibstil:


"Ach, zur Hölle mit all den Mr. Greys" ist genau so geschrieben, wie ich es erwartet habe: locker und flockig, wobei die Autorin und die Charaktere kaum ein Blatt vor den Mund nehmen.
Das liest sich insgesamt sehr flüssig und lässt mich nicht nur einmal zum Schmunzeln gebracht.

Was mich ein wenig irritiert hat, war an manchen Stellen die Satzlänge. Neben Sätzen in "normaler" Länge finden sich auch immer mal wieder lange, etwas verschachtelte Sätze, auf die dann wieder sehr kurze Sätze folgen. Das hat mich an ein paar wenigen Stellen aus dem Lesefluss gebracht, zumal ich an der ein oder anderen Stellen einen Satz nochmal Lesen musste, um ihn zu verstehen. Und irgendwie war ich mir dann doch nicht so ganz sicher, ob ich die Aussage verstanden habe.


Die Charaktere:


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lexy, da wir aus ihrer Perspektive einen Großteil der Geschichte erleben. Trotzdem konnte ich mich nur Stellenweise mit ihr identifizieren. Ihre Gefühle bezüglich des Verwirrspiels und auch das Prickeln zwischen ihr und Jaylen konnte ich gut nachvollziehen - allerdings fehlte mir irgendwie die Grundlage für ihre Haltung gegenüber den Erlebnissen, die sie in Bezug auf BDSM hat. Die Autorin erklärt hier zwar sehr viel, aber irgendwie kam es bei mir nicht immer nachvollziehbar an. Daher kann ich nicht so ganz den Finger darauf legen.

Jaylens Part ist deutlich kürzer und beschränkt sich hauptsächlich auf seine Sicht der Erlebnisse. Über ihn, seine Einstellung und sein Denken habe ich dabei nicht so viel herausgefunden. Trotzdem war er mir sehr sympathisch.

Natascha wird als etwas Chaotisch beschrieben. Auch wenn sie sehr oberflächlich bleibt und ich ihre Neigung definitiv nicht teile war sie irgendwie die Figur in die ich mich am besten hinein versetzen konnte.

Steven spielt zwar eine sehr wichtige Rolle in der ganzen Geschichte, aber für mich bleibt er total blass. Ich hätte mir insgesamt, vor allem aber bei ihm ein klein bisschen mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht.


Die Story:


Den Anfang finde ich wirklich gelungen. Man wird gleich mitten ins Geschehen geworfen, steht mit Lexy und dem "falschen" Ausweis am Check-In Schalter und weiß erst gar nicht so genau, was eigentlich los ist. Mich hat die Situation sofort Neugierig gemacht, ich wollte wissen, wie 's es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist und was dahinter steckt.

Auch wenn die Erklärung gleich folgte, nahm das der Geschichte keine Spannung. Gleich zu Beginn erfährt man mehr über die unterschiedlichen Meinung der beiden Freundinnen zum Thema BDSM. Und darüber, dass es wohl der einzige Streitpunkt in der langjährigen Freundschaft ist.

Die Thematik des Verwirrspiels von Zwillingen - oder in diesem Fall zwei Mädels die sich ziemlich ähnlich sind ist nicht neu, aber ist mir zuletzt kaum über den Weg gelaufen. Evanne Frost spinnt die Geschichte der beiden Mädels, die an einem bestimmten Punkt wieder zusammen läuft sehr geschickt und glaubhaft. Spannend bleibt es für mich bis zum Schluss, an welchem ich mit den beiden Turteltauben gebibbert habe - vor allem durch die sehr gut gewählten Perspektivwechsel.


Mein Fazit:


Ich lese in letzter Zeit ja ziemlich viele Liebesgeschichten, und war von der Story sehr positiv überrascht. Es war für mich mal wieder ein bisschen was anderes und hat sich positiv abgehoben.

Wie bereits angesprochen sind mir die Charaktere ein wenig zu oberflächlich geblieben und der Stil hat mich nicht hundert Prozent überzeugt. Trotzdem war das Buch kurzweilig und hat mich vor allem durch humorvollen Passagen gut unterhalten.



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