Montag, 27. April 2015

Rezension: Drei kleine Worte von Petra Röder

Halli, hallo

anbei meine Meinung zur 3 kleine Worte von Petra Röder. Nachdem ich immer wieder über das Buch gestolpert bin, habe ich es mir zugelegt. Die vielen positiven Rezis haben mir große Lust auf das Buch gemacht - leider konnte es mich gar nicht überzeugen. Ich war wirklich enttäuscht und musste mich zwischendurch zwingen, überhaupt bis zum Ende zu lesen.

Stellenweise war ich einfach nur genervt, und auch jetzt, einige Tage nach dem Lesen ist mein Ärger über das Buch beim aufbereiten meiner Notizen für euch wieder hochgekocht. Von der Fortsetzung "4 kleine Worte" werde ich definitiv die Finger lassen.

LG, Insi



Sterne: 2 von 5 :(











(c) Petra Röder http://www.petra-roeder.com/

Kaufbar zum Beispiel bei:

Amazon (Print & .mobi-Format)

Seiten: 264

Preis: 3,49 € / 6,95 €




Der Klappentext:


Geld allein macht weder glücklich, noch schützt es vor einem gebrochenen Herz. Das hat auch Millionärstochter Liv Bennett mittlerweile gelernt. Sie lässt all den Luxus und eine schmerzhafte Beziehung hinter sich und zieht von New York nach London, um dort bei ihrer Tante ein völlig normales Leben zu führen. Doch irgendwie läuft alles anders, als erwartet und daran ist Eric, der Untermieter ihrer Tante nicht ganz unschuldig. Und dann steht plötzlich auch noch die Polizei vor der Tür.


Der Schreibstil:


Petra Röder benutzt in Bezug auf Ihre Figuren sehr viele Beschreibungen. Oft sind es mir jedoch einfach zu viele. Der Stil an sich ist nicht schlecht, aber auch nicht mein Fall. Er lässt sich gut, schnell und flüssig lesen. Gefesselt hat er mich allerdings nicht.

Verschiedene Reaktionen der Figuren werden oft auf eine übertriebene Art dargestellt: Zuneigung, Abneigung, Freude, Wut, Streit, Versöhnung. So übertriebene Reaktionen mag ich überhaupt nicht.


Die Charaktere:


Livs Verhalten macht für mich an einigen Stellen nicht viel Sinn. Begonnen damit, dass sie sich irrational schnell verliebt - obwohl sie eigentlich Anti-Männer eingestellt ist -, darüber, dass sie mit ihrer besten Freundin nicht über das redet was sie belastet, bis dahin, dass Männer scheinbar mit ihr machen können was sie wollen.

Mit Claudia konnte ich mich gar nicht anfreunden. An manchen Stellen wird sie übertrieben als neureiche Tussi dargestellt, dann tut sie ohne Murren wieder Dinge, die überhaupt nicht zu diesem Image passen. Sie hat zwei Gesichter, von denen die Autorin scheinbar immer das auswählt, das ihr gerade am Besten in den Kram/in die Story passt.

Eric ist ein komischer Typ. Im einen Moment nett und will ein gutes Verhältnis zu Liv aufbauen. Er versucht sie kennen zu lernen um dann im nächsten Moment über sie und irgendwelche Oberflächlichkeiten herzuziehen. Was soll das bitte? Auch wenn er sich später für Liv einsetzt rettet das nicht viel.

Ben wird als totaler Depp dargestellt, der nichts rafft und nicht mal in der Lage ist ein vernünftiges Halloweenkostüm zu kaufen (dessen beschreiben auch irgendwie nicht nachvollziehbar ist - so einen Murks bekommt man nicht mal bei eBay aus China geschickt.) und zudem unter völlig unzutreffender Selbsteinschätzung leidet. Irgendwie tut er mir leid und möchte die Autorin fragen, warum sie den einzigen zwischendurch halbwegs sympathischen Char so einen Idioten macht.


Die Story:


Bereits das erste Kapitel hat auf mich keinen guten Eindruck gemacht. Das bisherige Leben und die familiären Hintergründe von Liv werden gleich zwei Mal breit getreten. Wenn Informationen in einem Buch ständig wiederholt werden ist das etwas, was ich gar nicht leiden kann. Sowas zieht die Geschichte nur künstlich in die Länge. Zum Glück geht es dann aber in den folgenden Kapiteln flott weiter.
Einen "Rückfall" gibt es dann irgendwo in der Mitte wieder: Liv lässt die ersten Wochen in London Revue passieren und irgendwie wird alles doppelt erzählt. Da war für mich total die Luft raus. Die Überlegungen Livs zum Thema Ben wiederholen sich auf den folgenden Seiten sogar noch einige Male mehr.

An andere Stelle geht's mir dochzu schnell und die Story wirkt stark konstruiert

Wie beide gleich am ersten Abend zwei Männer kennenlernen, bei denen Claudia direkt am nächsten Abend mit einem rummacht - weil sie sofort in ihn verliebt ist. Und sein Kumpel hat sich auch innerhalb von 4 Stunden total in Liv verknallt. Die erwidert zwar seine Gefühle nicht, lässt sich aber trotzdem von ihm abschlabbern ohne sich zu wehren.  Achja. Und Liv hat sich natürlich auch total in einen Typen verknallt. Den sie - oh wunder - nur ein paar mal wenige Augenblicke erlebt hat, in denen er auch noch unverschämt war.

Manches scheint auch nicht logisch. Liv will zum Beispiel einen Job suchen, da ihr gespartes, selbstverdientes Geld rapide gesunken ist. Da sie aber im Unternehmen ihres Vaters gearbeitet hatte, muss sie einiges an Kohle von ihrem Gehalt gespart haben.
Denn angeblich hat sie in ihrem Bürojob mehr verdient als ein Vorstandsmitglied des Unternehmens. Das an sich ist schon kaum vorstellbar. Aber dass sie bei dieser Unmengen an Kohle schon nach 2 Wochen in London dringend eine Job braucht um sich ein kleines Appartement mieten zu können?

Irgendwann kommt es zu einem Zerwürfnis zwischen Liv und ihrem Vater. Das warum ist nicht so ganz nachvollziehbar und die Reaktionen von beiden erscheinen mir viel zu extrem. Und wie schon weiter vorne angedeutet: Dass Liv nicht mit Claudia über ihr Zerwürfnis mit dem Vater redet will mir nicht in den Kopf.

Erzwungene, sehr plumpe Wendungen und auftauchende Probleme sollen die Geschichte scheinbar spannend machen. Sind in meinen Augen aber schlecht ausgearbeitet. Wie erwähnt wirkt vieles zu konstruiert. So läuft Liv nach einer Party alleine orientierungslos durch London, wird in eine dunkle Gasse gezogen und überfallen. Und obwohl sie vor lauter Panik nicht mal schreien kann findet Eric - der auf dem Weg von eben jener Party nach Hause ist - sie rein zufällig und rettet sie.

Das war übrigens noch so etwas was mich nervte... Alle Männer schienen unter Alkoholeinfluss zu idiotischen Grabschern ohne Hirn zu mutieren, die sich bei einer Frau nehmen was sie wollen. Ob die sich nun wehrt oder nicht.


Mein Fazit:


An dieser Geschichte konnte mich leider nichts überzeugen. Stil, Charaktere und Story. Alles irgendwie lahm, oberflächlich, offensichtlich, übertrieben und nicht konsistent.
Ich kann hier auch nach ein paar mal drüber schlafen nicht wirklich etwas Positives finden. Außer das Cover, das ist hübsch.


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