Sonntag, 27. Dezember 2015

Rezension: Zwischen Blut und Krähen von Ann-Kathrin Wolf

Hallöchen,

wie ihr vielleicht auf meiner Facebookseite gesehen habt, habe ich an der Leserunde zu Ann-Kathrin Wolfs zweiten Teil der Märchenherzreihe teilgenommen.

Wer sich dafür interessiert, findet sie hier:
Leserunde "Zwischen Blut und Krähen"

Aber Achtung - dort gibt es ziemlich viele Spoiler. Wer also Spoilerfrei (zumindest für alle, die Teil 1 kennen) meine Meinung wissen will - einfach weiterlesen!

Meinen Eindruck zu teil 1 findet ihr übrigens hier:
Kurzrezi: Zwischen Schnee und Ebenholz

Liebe Grüße,
eure Insi



Vergebene Sterne: 4/5!









(c) Impress/ www.carlsen.de

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oder
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Seiten: 276

Preis: 3,99 €






Der Klappentext:


**Spieglein, Spieglein an der Wand, wie schwarz ist Magie in diesem Land?**

Alexandra kann kaum fassen, wo sie sich befindet: auf Grimms Manor, bei der Bruderschaft des »Schneewittchens«. Es ist viel passiert, seit sie erfahren hat, dass Märchen nicht nur der Fantasie entspringen und ausgerechnet sie mit ihrem ebenholzschwarzen Haar und der schneeweißen Haut Teil ihrer Welt ist. Dennoch wird sie auf Grimms Manor alles andere als freundlich empfangen und sogar ihr sonst so treuer Wächter William Grimm scheint sich von ihr abzuwenden. Die Schatten der Märchen breiten sich spürbar aus, schwärzer als die Federn einer Krähe. Nur einer begegnet ihr mit offenen Armen: ein Prinz, um genau zu sein IHR Prinz…

Der Stil:


Meine Meinung zum Stil ist ein wenig zwiegespalten.
Grundsätzlich wird die Geschichte aus drei Perspektiven erzählt: Alex', Lillys und der eines geheimnisvollen dritten Fremden, der für die "böse Seite" steht.

Während mir der Stil im Prolog und generell aus der Sicht dieser dritten Person vom Stil super gefallen hat, habe ist er zu Beginn in den Kapiteln nicht so ganz mein Ding. Leider kann ich nicht sagen warum, er ist nicht schlecht, die Kapitel lesen sich flüssig und die Spannung bleibt erhalten. Trotzdem trifft er einfach nicht ganz meinen Geschmack.

Das ändert sich allerdings im Laufe der Kapitel - nach einer Weile hat mich der Stil nicht mehr gestört.

Die Charaktere:


Einige der Figuren sind dem Leser schon aus dem ersten Teil bekannt.
Besonders natürlich die Protagonisten Alex, Lilly und Will.

Großteils kann ich mich sehr gut in Alex hineinversetzen. Bis auf eine große Ausnahme am Ende bleibt sie in meinen Augen authentisch. Allerdings hätte ich mir ein bisschen mehr Entwicklung bei ihr gewünscht. Nach dem Ende des ersten Bandes hätte ich mir gewünscht, Alex als starke Protagonistin wiederzutreffen. Klar, hat sie einiges zu verarbeiten und wird vor einige neue Probleme gestellt, aber für meinen Geschmack nimmt sie einiges etwas zu passiv hin, ohne sich richtig zu wehren.

Wills Verhalten kann ich sehr gut nachvollziehen - daher ist er auch eine meiner Lieblingsfiguren. Bei ihm habe ich seinen inneren Kampf  beim Lesen gemerkt, trotzdem hätte ich ihm ein, zwei Mal gerne gegen den Kopf hauen. Er steht vor einer schwierigen Aufgabe, nachdem er Alex nach Grimms Mannor gebracht hat. Seine Vergangenheit spielt dabei eine wesentliche Rolle, zu der es einige Infos in Band 2 gibt, die aber noch einige Fragen offen lässt.

Lillys Part ist wichtig, aber die Szenen für meinen Geschmack viiiel zu kurz. Ich mag sie sehr gerne und kann mich mit ihr identifizieren. Sie zeigt die Stärke, die ich mir bei Alex gewünscht habe.

Eine weitere wichtige Figur ist Edmund, der Vorsitzende der Bruderschaft. Seine Figur hat mir leider gar nicht gefallen. Er macht Alex das Leben schwer und ist voller Hass und Vorurteile.
Leider werden für mich seine Beweggründe nicht nachvollziehbar. Sein Verhalten wirkt auf mich an vielen Stellen zu aufgesetzt und zu gewollt böse, er ist in meinen Augen leider gar nicht authentisch.


Die Story:


Die Story schließt nahtlos an den ersten Teil an. Zu Beginn machen es einige Rückblenden leichter, nochmal reinzukommen. Das fand ich sehr gut, da ich vieles aus Teil 1 gar nicht mehr so genau im Kopf hatte.

Den Spannungsaufbau der Geschichte empfand ich als sehr gut, dazu haben auch die Perspektivwechsel beigetragen.

Beim Lesen erhält man viele neue Infos und Eindrücke zur Märchenwelt, die Ann-Kathrin Wolf geschaffen hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Da stecken viele sehr gute Ideen dahinter, die mich begeistern können. Geschickt sind verschiedene Märchen eingebunden und miteinander verbunden. Das gefällt mir richtig gut.

Zum Geschehen an sich kann ich gar nicht viel sagen, ohne zu Spoilern:
Schon am Ende von Band 1 ist klar, dass der Sammler nicht der eigentliche Feind ist - sondern dass er auf Befehl einer anderen Person handelt. In "Zwischen Blut und Krähen" gibt es einen neuen Antagonisten, der diese Befehle ausführt, bis es am Ende zu einem großen Showdown kommt, der mit viel Action und schönen Ideen überzeugt.

Teil 2 beantwortet einige Fragen aus dem ersten Teil, wirft aber auch einige neue auf. Daher freue ich mich schon auf den nächsten Teil.


Mein Fazit:


Ich bin einfach ein Fan der Märchenherz-Welt, mir gefallen die Ideen einfach unheimlich gut und ich finde es großartig, wie diese Ideen und die verschiedenen Märchen miteinander verknüpft werden.
Das tröstet mich auch über einen zu Beginn etwas ungewöhnlichen Stil hinweg.
Punktabzug gibt es für die oben beschriebenen Schwächen, die ich in der Gestaltung der Figuren sehe.




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